Nach der Veröffentlichung der BaPsy-Ergebnisse finden die Teilnehmenden auf ihrem Zertifikat einen Standardwert und einen Prozentrang. Für viele ist zunächst unklar, was diese Werte genau bedeuten und wie sie einzuordnen sind.
Auf dieser Seite erfährst du, was Standardwert und Prozentrang bedeuten, wie sie interpretiert werden und welche Bedeutung dein Ergebnis für deine Bewerbung zum Psychologiestudium haben kann.
Kurz erklärt
Der BaPsy-Prozentrang zeigt, wie dein Ergebnis im Vergleich zu allen Teilnehmenden desselben Testjahres abschneidet. Der Standardwert ordnet dein Ergebnis zusätzlich auf einer standardisierten Skala ein. In der Interpretation sind Prozentrang und Standardwert deshalb oft aussagekräftiger als die reine Punktzahl. Sie geben eine bessere Grundlage für den Vergleich als nur die erzielte Punktzahl.
Was ist der Standardwert?
Der Standardwert, in der offiziellen BaPsy-FAQ auch Z-Wert genannt, entsteht durch die Umrechnung deiner erreichten Punktzahl auf eine gemeinsame Skala. Beim BaPsy hat diese Skala nach offizieller Angabe einen Mittelwert von 100 und eine Standardabweichung von 10.
Ein Standardwert von 100 liegt damit im Durchschnitt des jeweiligen Testjahrgangs. Werte oberhalb von 100 liegen über diesem Durchschnitt, Werte darunter entsprechend darunter. Der Standardwert ist also eine normierte Form deines Testergebnisses und nicht einfach die Zahl der richtig gelösten Aufgaben.
Was ist der Prozentrang?
Der Prozentrang gibt an, wie dein Testergebnis im Vergleich zu den anderen Teilnehmenden desselben Testjahres ausfällt.
Ein Prozentrang von 61 bedeutet zum Beispiel, dass dein Ergebnis besser oder gleich gut ist wie das von 61 Prozent der diesjährigen Testteilnehmenden. Höchstens 39 Prozent haben ein besseres Ergebnis erzielt.
Der Prozentrang beschreibt also deine relative Position innerhalb der Vergleichsgruppe - nicht die Anzahl der richtig gelösten Aufgaben.
Wie viele Punkte braucht man im BaPsy?
Eine der häufigsten Fragen lautet: Wie viele Punkte braucht man im BaPsy? Die kurze Antwort ist: Es gibt keine allgemeingültige Mindestpunktzahl, mit der man einen Studienplatz erhält.
Die Auswahlverfahren der Universitäten unterscheiden sich erheblich. Einige Hochschulen legen den Fokus stärker auf die Abiturnote, andere auf den BaPsy-Prozentrang bzw. Standardwert oder auf eine Kombination mehrerer Kriterien. In vielen Fällen ist das BaPsy Ergebnis nur ein Baustein im Zulassungsverfahren.
Entscheidend ist deshalb meist nicht die reine Anzahl der BaPsy Punkte. Das Zulassungsergebnis hängt vielmehr vom Zusammenspiel ab aus:
- der Abiturnote,
- dem BaPsy-Prozentrang oder Standardwert,
- den spezifischen Zulassungsregeln der jeweiligen Universität.
Deshalb sind der Prozentrang oder Standardwert in der Regel aussagekräftiger als die reine Punktzahl. Sie beschreiben deine Leistung im Vergleich zu allen anderen Teilnehmenden desselben Testjahres und berücksichtigen damit sowohl die Schwierigkeit des Tests als auch die Leistungsverteilung des jeweiligen Jahrgangs.
Außerdem kann dieselbe Punktzahl in unterschiedlichen Testjahren zu unterschiedlichen Prozenträngen führen. Der BaPsy wird normiert ausgewertet. Eine bestimmte Punktzahl lässt sich deshalb nicht mit einer festen Zulassungschance oder einem bestimmten Studienerfolg gleichsetzen.
Wenn du wissen möchtest, wie dein Ergebnis einzuordnen ist und welche Rolle dein Zertifikat im Bewerbungsverfahren spielt, findest du weitere Informationen auf unseren Seiten Ergebnisse und Zertifikat sowie Mit dem Ergebnis bewerben.
Warum werden Standardwerte und Prozentränge verwendet?
Der BaPsy soll die Leistungen aller Teilnehmenden möglichst fair vergleichbar machen. Da einzelne Testaufgaben unterschiedlich schwierig sein können und sich Testjahrgänge unterscheiden, eignen sich reine Punktzahlen dafür nur eingeschränkt.
Der Standardwert ordnet dein Ergebnis auf einer gemeinsamen Skala ein. Der Prozentrang macht zusätzlich verständlich, wie dein Ergebnis im Verhältnis zu allen anderen Teilnehmenden desselben Testjahres liegt.
Was sagt der Prozentrang nicht aus?
Ein häufiger Irrtum besteht darin, den Prozentrang mit dem Anteil richtig gelöster Aufgaben gleichzusetzen.
Ein Prozentrang von 70 bedeutet nicht, dass du 70 Prozent der Aufgaben richtig beantwortet hast. Er bedeutet ausschließlich, dass dein Ergebnis mindestens so gut ist wie das von 70 Prozent der Teilnehmenden.
Aus dem Prozentrang lässt sich deshalb nicht ableiten,
- wie viele Aufgaben du richtig gelöst hast,
- wie viele Fehler du gemacht hast oder
- wie schwierig der Test insgesamt war.
Ist ein gutes Testergebnis automatisch ein Studienplatz?
Nein. Das BaPsy-Ergebnis ist nur ein Bestandteil des Auswahlverfahrens vieler Hochschulen.
Wie stark das BaPsy-Ergebnis berücksichtigt wird, unterscheidet sich zwischen den Universitäten. Manche Hochschulen gewichten den BaPsy stärker, andere beziehen stärker die Abiturnote oder weitere Kriterien in ihre Auswahl ein.
Ein bestimmter Standardwert oder Prozentrang garantiert daher weder eine Zulassung noch schließt er sie automatisch aus.
Mehr dazu erfährst du auf der Seite Hochschulstart und Bewerbungsstrategie.
Wie solltest du dein Ergebnis einordnen?
Standardwert und Prozentrang sind wichtige Informationen für deine weitere Bewerbung. Sie sollten jedoch immer im Zusammenhang mit den Auswahlverfahren der einzelnen Hochschulen betrachtet werden.
Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die Höhe der Werte zu schauen, sondern auch darauf, wie verschiedene Universitäten den BaPsy in ihrem Auswahlverfahren berücksichtigen.
Mehr dazu findest du auf der Seite Mit dem Ergebnis bewerben.
Nutze immer die offiziellen Informationen
BaPsy-Kompass erklärt, wie Standardwert und Prozentrang zu verstehen sind und welche Rolle das Testergebnis bei der Bewerbung spielen kann. Verbindlich sind jedoch ausschließlich die Informationen der Hochschulen sowie die offiziellen Angaben zum BaPsy. Informiere dich deshalb immer über die aktuellen Auswahlverfahren deiner Wunschuniversitäten.
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