Viele Studieninteressierte investieren viel Zeit in ihre BaPsy-Vorbereitung. Trotzdem verläuft das Lernen nicht immer so effektiv, wie es sein könnte. Häufig liegt das nicht an mangelnder Motivation, sondern an Lerngewohnheiten, die den Lernerfolg unnötig erschweren.
Die gute Nachricht ist: Viele dieser Fehler lassen sich mit einer guten Planung und wissenschaftlich fundierten Lernstrategien vermeiden.
Zu spät mit der Vorbereitung beginnen
Manche beginnen erst wenige Tage vor dem Test mit dem Lernen und versuchen, möglichst viel Stoff in kurzer Zeit nachzuholen. Das erhöht häufig den Stress und lässt wenig Zeit, verschiedene Aufgabentypen kennenzulernen oder schwierige Inhalte zu wiederholen. Warum ein solcher Lernmarathon oft ungünstig ist, erklärt der Blogbeitrag zum verteilten Lernen.
Wenn möglich, solltest du deine Vorbereitung deshalb frühzeitig beginnen. Falls dir nur wenig Zeit bleibt, hilft eine realistische Planung dabei, die verfügbare Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen.
Nur die Lieblingstestteile üben
Es ist ganz normal, dass manche Testteile mehr Spaß machen oder leichter fallen als andere. Gerade deshalb besteht die Gefahr, schwierige Bereiche immer wieder aufzuschieben.
Eine ausgewogene Vorbereitung berücksichtigt alle Testteile. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, denjenigen Bereichen etwas mehr Zeit zu widmen, in denen du noch Übungsbedarf siehst.
Zu früh unter Zeitdruck trainieren
Viele möchten möglichst schnell unter realistischen Prüfungsbedingungen üben. Wenn die grundlegenden Lösungsstrategien jedoch noch nicht sicher sitzen, führt Zeitdruck häufig vor allem zu unnötigen Fehlern.
Sinnvoller ist es, neue Aufgaben zunächst in Ruhe zu bearbeiten und die Bearbeitungsgeschwindigkeit erst später schrittweise zu steigern. Wie du dabei vorgehen kannst, erklären wir auf der Seite Aufgaben trainieren.
Fehler nicht auswerten
Nach einer Übungsaufgabe nur die richtige Lösung anzusehen reicht oft nicht aus. Besonders wertvoll wird eine Aufgabe dann, wenn du nachvollziehst, warum ein Fehler entstanden ist und wie du ähnliche Aufgaben künftig besser lösen kannst. Das passt zum Grundgedanken des Übungslernens: Aufgaben sind nicht nur Kontrolle, sondern selbst Teil des Lernprozesses.
Deshalb gehört die Fehleranalyse zu den wichtigsten Bestandteilen einer erfolgreichen Vorbereitung.
Zu viel auf einmal lernen
Viele Menschen unterschätzen, wie wichtig regelmäßige Wiederholungen sind. Mehrere kurze Lerneinheiten über einen längeren Zeitraum führen häufig zu einem nachhaltigeren Lernerfolg als einzelne sehr lange Lernphasen.
Versuche deshalb, deine Vorbereitung möglichst regelmäßig in deinen Alltag zu integrieren.
Sich mit anderen vergleichen
Wie lange andere lernen oder wie viele Aufgaben sie bereits bearbeitet haben, sagt wenig über deine eigene Vorbereitung aus. Menschen unterscheiden sich in ihren Vorkenntnissen, ihrer verfügbaren Zeit und ihren Lernvoraussetzungen.
Orientiere dich deshalb nicht an den Lernzeiten anderer, sondern daran, welche Fortschritte du selbst machst und welche Bereiche du noch verbessern möchtest.
Perfektion statt Fortschritt
Manche versuchen, jede Aufgabe fehlerfrei lösen zu können, bevor sie mit dem nächsten Thema weitermachen. Das ist in der Praxis oft weder notwendig noch realistisch.
Ziel der Vorbereitung ist nicht Perfektion, sondern eine kontinuierliche Verbesserung. Kleine Fortschritte über einen längeren Zeitraum sind meist wertvoller als der Versuch, alles sofort perfekt zu beherrschen.
Fehler gehören zum Lernprozess
Fehler sind kein Zeichen dafür, dass deine Vorbereitung nicht funktioniert. Im Gegenteil: Sie zeigen dir, an welchen Stellen du noch dazulernen kannst.
Eine gute Vorbereitung bedeutet deshalb nicht, möglichst wenige Fehler zu machen, sondern aus den gemachten Fehlern möglichst viel zu lernen.
Video zu typischen Erwartungen
Prof. Dr. Oliver Dickhäuser erklärt, warum der echte BaPsy anders erlebt werden kann als Übungsaufgaben und weshalb realistische Erwartungen Teil einer guten Vorbereitung sind.