Du hast den BaPsy geschrieben und fragst dich, wie es jetzt weitergeht. Muss ich mich bei den Universitäten bewerben? Welche Rolle spielt Hochschulstart? Wie entscheide ich, welche Universitäten für mich infrage kommen? Und wie kann ich die Informationen aus den Zulassungssatzungen sinnvoll nutzen?
Der BaPsy ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Psychologiestudium. Er ersetzt die Bewerbung aber nicht. Nach dem Test beginnt deshalb eine zweite wichtige Phase. In dieser Phase musst du Entscheidungen treffen.
Dabei geht es nicht darum, die Zukunft perfekt vorherzusagen. Es geht darum, informierte Entscheidungen zu treffen.
Video: Prof. Dr. Oliver Dickhäuser erklärt, wie es nach dem BaPsy mit Hochschulstart und der Bewerbung für das Psychologiestudium weitergeht.
Nach dem BaPsy beginnt die Bewerbungsphase. Hochschulstart koordiniert viele Zulassungsverfahren, legt aber nicht die Regeln fest, nach denen ausgewählt wird. Diese Regeln bestimmen die Universitäten.
Deshalb lohnt sich der Blick in die Zulassungs- und Auswahlsatzungen. Dort steht, welche Rolle Abiturnote, BaPsy-Ergebnis und weitere Kriterien spielen. Nicht jede Universität passt gleich gut zu jedem Profil.
Hochschulstart koordiniert, die Universitäten legen die Regeln fest
Psychologie gehört an vielen Universitäten zu den zulassungsbeschränkten Studiengängen. Ohne ein koordiniertes Verfahren könnten Bewerber:innen an mehreren Universitäten gleichzeitig eine Zulassung erhalten. Einschreiben können sie sich am Ende aber nur an einer Hochschule.
Deshalb gibt es Hochschulstart. Die Plattform sorgt dafür, dass Zulassungen koordiniert werden und Studienplätze möglichst effizient vergeben werden.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung der Aufgaben. Hochschulstart koordiniert den Prozess. Die Universitäten legen dagegen fest, nach welchen Kriterien Bewerber:innen ausgewählt werden.
Dazu gehören beispielsweise die Gewichtung der Abiturnote, die Gewichtung des BaPsy, mögliche Zusatzkriterien und teilweise unterschiedliche Quoten.
Wenn du dich bewirbst, solltest du deshalb zwei Ebenen auseinanderhalten: die technische und organisatorische Ebene des Bewerbungsverfahrens einerseits und die inhaltlichen Auswahlregeln der einzelnen Universität andererseits. Beide sind wichtig, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
Warum sich die Lektüre der Zulassungssatzungen lohnt
Viele Bewerber:innen beschäftigen sich kaum mit den Zulassungs- oder Auswahlsatzungen der Universitäten. Das ist verständlich. Diese Dokumente wirken oft technisch und manchmal etwas sperrig.
Gerade dort finden sich aber Informationen, die für die eigene Planung interessant sein können. Du kannst dort beispielsweise erfahren, wie stark der BaPsy berücksichtigt wird, wie stark die Abiturnote zählt, ob praktische Erfahrungen eine Rolle spielen oder ob verschiedene Quoten existieren.
Manchmal gibt es Quoten, in denen ausschließlich die Abiturnote betrachtet wird. In anderen Quoten spielt das BaPsy-Ergebnis eine besonders wichtige Rolle. Wieder andere Verfahren kombinieren mehrere Kriterien.
Diese Informationen erlauben keine verlässliche Vorhersage darüber, ob du später tatsächlich zugelassen wirst. Sie helfen aber, deine Entscheidungen besser zu begründen.
Wichtig
Prüfe Zulassungssatzungen immer direkt auf den Seiten der jeweiligen Universität. Regeln, Fristen und Nachweispflichten können sich ändern und unterscheiden sich je nach Hochschule.
Nicht jede Universität passt gleich gut zu jedem Profil
Es gibt deshalb nicht die eine beste Universität für alle Bewerber:innen. Unterschiedliche Auswahlverfahren können für unterschiedliche Profile mehr oder weniger attraktiv sein.
Nehmen wir ein vereinfachtes Beispiel.
Person A
- Abiturnote: 1,8
- BaPsy-Prozentrang: 87
Diese Person hat im Verhältnis zur Abiturnote ein sehr gutes BaPsy-Ergebnis erzielt. Für sie könnten Universitäten besonders interessant sein, bei denen der BaPsy stark gewichtet wird oder bei denen es zusätzliche Auswahlwege gibt, in denen das BaPsy-Ergebnis eine große Rolle spielt.
Person B
- Abiturnote: 1,1
- BaPsy-Prozentrang: 65
Hier ergibt sich ein anderes Bild. Die Abiturnote ist sehr stark, während das BaPsy-Ergebnis weniger herausragt. Für diese Person könnten Universitäten attraktiver sein, bei denen die Abiturnote stärker berücksichtigt wird oder bei denen es Quoten gibt, in denen die Abiturnote eine besonders wichtige Rolle spielt.
Diese Beispiele bedeuten nicht, dass die eine Person an einer bestimmten Universität sicher zugelassen wird und die andere nicht. Sie verdeutlichen lediglich, dass dasselbe Auswahlverfahren für unterschiedliche Bewerber:innen unterschiedlich günstig sein kann.
Was Gewichtungen leisten können und was nicht
Wenn in einer Zulassungssatzung beispielsweise ein Gewichtungsfaktor von 40 Prozent für den BaPsy angegeben wird, bedeutet das nicht, dass ein Prozentrang von 40 für eine Zulassung ausreicht.
Eine Gewichtung beschreibt lediglich, welche Bedeutung ein Merkmal innerhalb des Auswahlverfahrens besitzt. Ob eine Zulassung erfolgt, hängt zusätzlich von vielen weiteren Faktoren ab: von der Zahl der Bewerber:innen, von der Leistungsstärke der Konkurrenz, von der Zahl der verfügbaren Studienplätze und von den übrigen Auswahlkriterien.
Gewichtungen erlauben deshalb keine Vorhersagen. Sie helfen aber dabei, Auswahlverfahren besser zu verstehen.
Das ist psychologisch wichtig. Unter Unsicherheit neigen Menschen dazu, einzelne Zahlen zu stark zu interpretieren. Eine Gewichtung wirkt präzise. Sie ist aber keine Grenzwertprognose. Sie ist ein Hinweis darauf, welches Merkmal im Verfahren stärker oder schwächer in die Rangbildung eingeht.
Registrierung, Bewerbung und Priorisierung
Für viele Studienangebote läuft die Koordination über Hochschulstart. Einen guten Einstieg bieten die offiziellen Seiten zur Registrierung, zur Bewerbung, zur Priorisierung und zur Koordinierungsphase.
Die Priorisierung ist besonders wichtig, weil sie deine persönliche Reihenfolge der Bewerbungen abbildet. Sie ist also nicht nur eine formale Liste. Sie drückt aus, welches Angebot du gegenüber einem anderen bevorzugen würdest.
Informiere dich außerdem regelmäßig über die Termine und Fristen bei Hochschulstart. Fristen können sich ändern, und bei örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen können zusätzlich die Vorgaben der jeweiligen Universität relevant sein. Maßgeblich sind deshalb immer die aktuellen Informationen bei Hochschulstart und bei den Hochschulen selbst.
Tipp: Nutze die Wartezeit sinnvoll
Auch wenn du noch auf dein BaPsy-Zertifikat wartest, musst du nicht untätig bleiben. Für das Testjahr 2027 nennt die offizielle BaPsy-Seite den 15. Juni 2027 als Termin für die Ausgabe der Zertifikate. Viele Hochschulen öffnen ihre Bewerbungsportale bereits vor Ablauf aller Bewerbungsfristen. Du kannst dort häufig schon ein Benutzerkonto anlegen, persönliche Daten eintragen und, soweit möglich, erste Unterlagen hochladen.
Sobald dein BaPsy-Zertifikat vorliegt, musst du es dann nur noch ergänzen und die Bewerbung abschließen. Das spart Zeit, reduziert Stress kurz vor Fristende und hilft dir, den Überblick über mehrere Bewerbungen zu behalten.
Mein Rat: Warte nicht mit der gesamten Bewerbung auf das Zertifikat. Nutze die Zeit, um deine Bewerbungen bereits vorzubereiten.
Wie solltest du deine Hochschulen auswählen und priorisieren?
Über Hochschulstart können aktuell bis zu zwölf Studienangebote verwaltet werden. Wenn du sicher bist, dass du Psychologie studieren möchtest und kein anderes Fach ernsthaft in Betracht ziehst, ist es sinnvoll, diese Möglichkeiten gut zu nutzen.
Dabei geht es nicht darum, wahllos zwölf Universitäten auszuwählen. Sinnvoll erscheint vielmehr eine Mischung aus Wunschstudienorten, realistischen Optionen und weiteren Universitäten, an denen du dir ein Studium grundsätzlich vorstellen könntest.
Bei der Bewerbung über Hochschulstart helfen zwei unterschiedliche Fragen weiter. Erstens: Wo bewerbe ich mich überhaupt? Hier geht es um deine realistischen Chancen. Wenn du bis zu zwölf Bewerbungen abgeben kannst, solltest du nicht nur Hochschulen auswählen, an denen du besonders gern studieren würdest, sondern auch solche, bei denen deine Abiturnote, dein BaPsy-Ergebnis und die Auswahlregeln der Hochschule zusammengenommen realistische Chancen versprechen. So erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, überhaupt mindestens ein Zulassungsangebot zu erhalten. In diesem Sinne sollten auch Hochschulen in deine Liste aufgenommen werden, die aus strategischer Sicht gute Chancen bieten.
Zweitens: Wie priorisiere ich meine Bewerbungen? Hier geht es nicht um die Zulassungschancen, sondern um deine echte Wunschreihenfolge. Die Hochschulen sehen deine Priorisierung nicht. Sie entscheidet aber darüber, welches Angebot erhalten bleibt, wenn mehrere Angebote möglich sind. Wenn mehrere Zulassungsangebote vorliegen, bleibt in der Regel das höher priorisierte Angebot bestehen; niedriger priorisierte Angebote können aus dem Verfahren ausscheiden. Bei der Priorisierung gilt also: Weiter oben steht, was du dir stärker wünschst.
Kurz gesagt: Bei der Auswahl deiner Hochschulen solltest du strategisch auch auf realistische Chancen achten. Bei der Priorisierung solltest du nach deinen Präferenzen sortieren.
Die erste Frage lautet also nicht: Wo komme ich sicher hinein? Diese Frage lässt sich seriös nicht beantworten. Hilfreicher ist die Frage: Welche Kombination aus Studienorten, Auswahlregeln und persönlicher Passung ergibt für mich eine vernünftige Bewerbungsliste?
Eine nüchterne Prüfliste
- Kann ich mir vorstellen, an diesem Ort mehrere Jahre zu studieren?
- Verstehe ich die Auswahlregeln der Universität hinreichend gut?
- Passt mein Profil eher zu diesem Auswahlverfahren?
- Kenne ich die Fristen und Nachweispflichten?
- Ist die Priorisierung bei Hochschulstart bewusst gewählt?
Ziel ist nicht, perfekte Entscheidungen zu treffen. Ziel ist es, Entscheidungen möglichst gut zu begründen.
Was dein Gefühl nach dem Test nur begrenzt aussagt
Viele Teilnehmende verlassen den BaPsy mit einem eher unguten Gefühl. Das ist verständlich. Der Test ist anstrengend, die Zeit ist knapp, und häufig bleiben gerade die unsicheren Aufgaben stärker im Gedächtnis als die gut gelösten.
Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass das subjektive Gefühl nach dem Test nur eingeschränkt aussagekräftig ist. Der BaPsy ist ein relativer Test. Entscheidend ist nicht, wie sich der Test angefühlt hat, sondern wie dein Ergebnis im Verhältnis zu den Ergebnissen der anderen Teilnehmenden ausfällt.
Deshalb solltest du deine Entscheidungen nicht allein von deinem Bauchgefühl abhängig machen. Ein schlechtes Gefühl kann ein Hinweis auf Belastung sein. Es ist aber keine zuverlässige Messung deiner relativen Leistung.
Was du wirklich brauchst
Nach dem BaPsy suchen viele nach Sicherheit. Vollständige Sicherheit gibt es allerdings nicht. Niemand weiß vorab, wie stark die Konkurrenz sein wird. Niemand kann zuverlässig vorhersagen, welche Grenzwerte sich später ergeben werden.
Was du aber tun kannst: Du kannst Informationen sammeln. Du kannst Zulassungssatzungen lesen. Du kannst verschiedene Universitäten vergleichen. Du kannst Fristen prüfen. Und du kannst auf dieser Grundlage Entscheidungen treffen, die besser begründet sind.
Genau darum geht es.
Nicht perfekte Kontrolle. Sondern informiertere Entscheidungen.
Kernaussage
Der BaPsy ist vorbei, aber die entscheidungsrelevante Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Wer Hochschulstart, Zulassungssatzungen, Gewichtungen und das eigene Bewerberprofil zusammendenkt, kann die Bewerbungsphase ruhiger und begründeter gestalten.