Ja. Der BaPsy kann grundsätzlich wiederholt werden. Zwischen zwei Teilnahmen müssen derzeit allerdings 22 Monate liegen. Wer den Test absolviert hat, kann ihn also nicht bereits beim nächsten Termin erneut schreiben.
Diese Regel wirft bei vielen Studieninteressierten Fragen auf: Warum muss man so lange warten? Wäre eine Wiederholung nach sechs Monaten nicht sinnvoller? Und was bedeutet das für die eigene Vorbereitung?
Eine erneute Teilnahme am BaPsy ist derzeit nach 22 Monaten möglich. Die Wartefrist soll dazu beitragen, Erinnerungs- und Übungseffekte zwischen zwei Testteilnahmen zu begrenzen.
Weil der Test nicht schon beim nächsten Termin wiederholt werden kann, sollte der erste Versuch nicht als unverbindlicher Probelauf verstanden werden.
Warum gibt es überhaupt eine Wartefrist?
Auf den ersten Blick könnte man meinen, man könne den Test einfach mehrfach schreiben und sich beim zweiten Mal verbessern. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.
Bei vielen kognitiven Tests ist bekannt, dass Menschen beim zweiten Bearbeiten häufig besser abschneiden – selbst dann, wenn sich ihre zugrunde liegenden Fähigkeiten kaum verändert haben. Dieses Phänomen bezeichnet man als Retest-Effekt.
Der Grund ist naheliegend: Wer einen Test bereits kennt, erinnert sich möglicherweise noch an Aufgabenformate, Strategien oder sogar einzelne Inhalte. Ein besseres Ergebnis würde dann teilweise auf der Vertrautheit mit dem Test beruhen und nicht ausschließlich auf einer höheren Studieneignung.
Was ist ein Retest-Effekt?
Von einem Retest-Effekt spricht man, wenn eine Person bei einer erneuten Testteilnahme besser abschneidet, weil sie bereits Erfahrung mit dem Test gesammelt hat – und nicht allein deshalb, weil sich die gemessene Fähigkeit verändert hat.
Warum gerade 22 Monate?
Warum die Wartefrist genau 22 Monate beträgt, lässt sich von außen nicht exakt begründen. Letztlich geht es darum, einen angemessenen Ausgleich zwischen zwei berechtigten Interessen zu finden.
Auf der einen Seite steht das nachvollziehbare Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern, den Test nach einer gewissen Zeit erneut absolvieren zu können – etwa weil sie sich inzwischen gezielter vorbereitet haben oder ihre Chancen verbessern möchten.
Auf der anderen Seite besteht das ebenso berechtigte Interesse, sogenannte Retest-Effekte möglichst gering zu halten. Würde eine Wiederholung bereits wenige Monate nach dem ersten Test möglich sein, würden sich viele Teilnehmende noch gut an Aufgabenformate oder Strategien erinnern. Ein besseres Ergebnis könnte dann zumindest teilweise auf dieser Vertrautheit beruhen und nicht allein auf einer höheren Studieneignung.
Die derzeitige Regelung von 22 Monaten stellt vor diesem Hintergrund einen Kompromiss zwischen beiden Zielen dar: Sie eröffnet die Möglichkeit einer erneuten Teilnahme, soll aber gleichzeitig verhindern, dass Erinnerungs- und Übungseffekte das Testergebnis zu stark beeinflussen.
Sollte man den BaPsy „einfach einmal ausprobieren“?
Aus meiner Sicht eher nicht.
Gerade weil eine erneute Teilnahme erst nach 22 Monaten möglich ist, lohnt es sich, den ersten Versuch ernst zu nehmen.
Das bedeutet nicht, dass man monatelang unter Druck lernen muss. Es bedeutet aber, sich ausreichend Zeit zu nehmen,
- die Testteile kennenzulernen,
- sinnvolle Übungsstrategien zu entwickeln
- und den Test nicht als unverbindlichen Probelauf zu betrachten.
Ein gut vorbereiteter erster Versuch ist für die meisten Bewerberinnen und Bewerber die deutlich bessere Strategie.
Für die Vorbereitung bedeutet das
Lerne die Aufgabenformate rechtzeitig kennen, übe systematisch und plane den ersten Testtermin bewusst. Vorbereitung soll Sicherheit schaffen – nicht zusätzlichen Druck.
Fazit
Ja, der BaPsy kann wiederholt werden – allerdings erst nach einer Wartezeit von 22 Monaten.
Diese Regel dient nicht dazu, Teilnehmende zu bestrafen. Sie soll vielmehr dazu beitragen, dass ein verbessertes Ergebnis möglichst auf einer tatsächlichen Leistungsentwicklung beruht und nicht lediglich auf der Erinnerung an einen bereits bearbeiteten Test.
Kernaussage
Aus testpsychologischer Sicht erscheint eine Wartezeit dieser Größenordnung plausibel, weil sie Retest-Effekte begrenzen kann.